Jan 172017
 

Abendstimmung an der Dove-Elbe im Herbst

Abendstimmung an der Dove-Elbe im Herbst (Foto: C. Schomann CC BY-SA 3.0)

In Vorbereitung einer „Zukunftswerkstatt Vier- und Marschlande“ erklärt Willy Timmann, 1. Vorsitzender der GVM:

Die Vier- und Marschlande sind eine beginnend vor mehr als 800 Jahren von Menschen geformte Kulturlandschaft. Sie dient den Menschen zum Wohnen und Arbeiten. Sie ist Hamburgs größtes Nahversorgungsgebiet, in dem besonders Gemüse, Obst und Blumen angebaut werden. Für Hamburgs Bevölkerung ist sie das größte Naherholungsgebiet in der Freien und Hansestadt Hamburg. Für die hier lebenden Menschen ist sie Heimat mit einer stabilen Sozialstruktur und zahlreichen Traditionen, die gepflegt werden und sich überwiegend erfolgreich weiterentwickeln.

Für den Stadtteil Ochsenwerder wurde von Herbst 2013 bis Mai 2014 eine mustergültige „Stadtwerkstatt“ mit Beteiligung aller gesellschaftlichen Gruppen und Initiativen, Politik und Verwaltung, Gewerbetreibenden und Vereinen durchgeführt. Es gab eine engagierte und von gegenseitigem Respekt getragene Zusammenarbeit, die erfolgreich mit einem breiten Konsens abgeschlossen wurde. – Das Ergebnis mit einer behutsamen Entwicklung des Dorfes in mehreren bedachten Schritten wurde offiziell dokumentiert und veröffentlicht – www.hamburg.de/bergedorf/stadtwerkstatt/4464479/stadtwerkstattow/ – sowie im Mai 2014 vom Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung beschlossen.

Nun wird im „Hinterzimmer der Koalition von SPD und GRÜNEN“ ein anderer Beschluss gefasst, als es z. B. Ochsenwerder betreffend dem breiten Konsens entspricht. – Im Februar 2015 zieiterte das Hamburger Abendblatt Baden-Württembergs Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (GRÜNE): „Letztlich geht es immer um Vertrauen“ und weiter „Durch nichts wird das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger so beschädigt, als wenn sie den Eindruck haben, dass hinter den Kulissen alles schon entschieden ist.“

Was ist zu tun?
Bei einer Informationsveranstaltung der SPD im Herbst 2012 im Zollenspieker Fährhaus führte die damalige Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt, Jutta Blankau (SPD), sinngemäß aus, dass die Wohnungsbaupolitik des Senats für die Vier- und Marschlande ca. 100 Wohneinheiten (WE) pro Jahr vorsähe. Für einen Zeitraum von 10 Jahren lassen sich ca. 1.000 WE für insgesamt 2.200 bis 2.500 Menschen errechnen. Diese Menschen und Wohnungen ließen sich bei einer noch kaum begonnenen Planung für Oberbillwerder, einer Trabantenstadt aus der Retorte, leicht reduzieren. Stattdessen sind bei bereits vorhandener Infrastruktur, z. B. Schulen, Ärzte, Nahversorger und diversen Dienstleistern sowie ÖPNV und Straßen, in den stabilen und funktionierenden Strukturen der Vier- und Marschlande jährlich 220 bis 250 Menschen gut verkraftbar. Gerade junge Familien suchen ein Haus im Grünen.

Den Weg dorthin sollte eine „Zukunftswerkstatt Vier- und Marschlande“ über den Zeitraum von maximal 1 Jahr nach dem Muster der Stadtwerkstatt Ochsenwerder unter Einbeziehung der dortigen Ergebnisse bereiten. Bürgerbeteiligung, fachliche Begleitung durch die Stadtplanung, Respekt und vertrauensvolle Zusammenarbeit sollten in demokratischer Offenheit und Nachvollziehbarkeit tragfähige und anerkannte Ergebnisse ermöglichen.

Auf der Jahreshauptversammlung der GVM Gemeinschaft Vier&Marschlande e. V. im November 2016 wurde die „Zukunftswerkstatt Vier- und Marschlande“ per Beschluss zu einem Arbeitsschwerpunkt bestimmt und eine Arbeitsgruppe gebildet, die die Einrichtung dieser Zukunftswerkstatt zum Ziel hat. Die Arbeitsgruppe umfasst zunächst 5 Vertreterinnen und Vertreter aus Landwirtschaft, Gartenbau, Handel, Dienstleistung und Handwerk:

  • Markus Baumann, Dienstleistung (Vierländer Volksbank)
  • Julius Bendschneider, Handwerk (Tischlerei Bendschneider)
  • Marlis Clausen, Handel (Vierländer Markt)
  • Andreas Kröger, Landwirtschaft und Gartenbau (GVM-Vorstand)
  • Thomas Oelrich, Dienstleistung (LVM-Versicherung)
 17. Januar 2017  Tagged with:

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