Feb 272015
 

in der Sandwischer Turnhalle

Die „Edekaner“ Jessica Witt, Marlis und Christian Clausen und Harald Eggert mit Marion Lewandowski und Martin Füllenbach (hinten v.l.n.r.) und den Kindern mit Antonia Elsner und Johannes Matthies (vordere Reihe) in der Sandwischer Turnhalle

25.02.2015 – Auf den ersten Blick erscheinen sie wie ganz normale, fröhliche Kinder. Sie rennen über den Hof der Schule am Moorfleeter Sandwisch, die seit Ende 2014 eine Flüchtlingsunterkunft ist, und kommen neugierig näher, als sich die „Edekaner“ Jessica Witt, Marlis und Christian Clausen und Harald Eggert mit Marion Lewandowski vom Haus Warwisch e. V., Martin Füllenbach vom SCVM und den beiden studentischen Hilfskräften Antonia Elsner und Johannes Matthies zum Pressegespräch mit Thomas Heyen von der Bergedorfer Zeitung treffen. Die Kinder wissen schon, dass es gleich einen Fototermin geben wird und sie dann auch mal kurz außer der Reihe in ihre geliebte Turnhalle hinein dürfen.

Für eine Stunde pro Woche bietet Mobelan – Mobile Beratung im Landgebiet, ein Projekt des Haus Warwisch e. V. – einen sportlichen Freizeitspaß für gut zehn Flüchtlingskinder im Alter von 6 bis 10 Jahren an, die hier am Sandwisch zusammen mit 30 weiteren Kindern und Jugendlichen und rund 60 Erwachsenen untergebracht sind.

„In dieser Stunde sprechen wir Deutsch – oder mit Händen und Füßen. Ballspiele stehen bei ihnen hoch im Kurs, aber der Favorit ist momentan „Bello“, berichtete Antonia Elsner, die Sozialpädagogik studiert, und erklärt das Spiel, dessen Name keinem der Umstehenden etwas sagt. „Früher hieß das Der Plumpsack geht um„, wusste daraufhin Marlis Clausen.

Finanziert wird das Projekt, genauer gesagt: das Honorar für die beiden Studenten, aus dem sog. Käsegeld der GVM. Von dem Umsatz mit dem „GVM-Käse“, der in fünf Läden im Landgebiet verkauft wird, stiften die Händler pro Kilo einen Euro für einen sozialen Zweck. Die tausend Euro, die die Spende letztes Jahr betrug, sind jetzt so gut wie aufgebraucht und das Projekt müsste eingestellt werden, wenn keine neuen Spenden kommen.

Kosten fallen ausschließlich für die Honorare der studentischen Hilfskräfte an. Die Turnhalle auf dem Gelände der Unterkunft, die sich im Besitz des Bezirksamts Bergedorf befindet und die der SCVM in Person von Martin Füllenbach verwaltet, wird dem Projekt unentgeltlich zur Verfügung gestellt.

Marlis Clausen signalisierte, dass die GVM möglicherweise noch einmal spenden wird. Dennoch sind alle Leserinnen und Leser eingeladen, ihrerseits zum Fortbestand des Projektes beizutragen und sich mit Marion Lewandowski (Tel. 040 793 190 23) in Verbindung zu setzen.

Für den Fototermin wird die Turnhalle aufgeschlossen und die Kinder stürmen hinein. Blitzartig stehen ein gutes Dutzend kleine Schuhe ordentlich im Umkleideraum und sofort haben sich die kleinen Menschen aus Syrien, Mazedonien, Serbien und Afghanistan Bälle und anderes Spielgerät geholt. Für diesen Moment ist der Krieg, vor dem sie erst vor Kurzem geflohen sind, vollkommen vergessen. (cs)

 27. Februar 2015

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